Die Methode
ALIVE
Actual Light In Virtual Environments
Virtual Production heißt normalerweise: eine LED-Wand, die einen Ort vortäuscht. ALIVE dreht es um: Der Ort existiert — als Miniatur — und sein echtes Licht wird durch jeden Schritt bis auf das Gesicht des Schauspielers getragen. Soweit ich es beurteilen kann, macht das sonst niemand.
Das Set bauen
Ein physisches Miniatur-Set entsteht von Hand — Hüllenplatten, Oberflächendetails, Weathering. Echtes Material, echte Geometrie, echte Unvollkommenheit. Genau das, was Kameras lieben und CGI nur vortäuscht.
Beleuchten — in Zuständen
Das Set trägt seine eigene LED-Beleuchtung, einzeln adressierbar. Erfasst wird es in mehreren diskreten Lichtzuständen: nur Key, nur Fill, nur Practicals, nur Triebwerksglühen. Jeder Zustand ist eine Ebene einer Lichtpalette.
Mit Motion Control scannen
Das 8-Achsen-Rig fliegt wiederholbare Bahnen um das Set und fotografiert es aus jedem Winkel — einmal pro Lichtzustand. Gleiche Bahn, jeder Durchgang, exakt auf den Schritt.
Als Splats rekonstruieren
Aus den Aufnahmen werden per Gaussian Splatting fotorealistische 3D-Szenen. Kein CG-Modell, das die Miniatur imitiert — eine volumetrische Fotografie von ihr. Ein Splat pro Lichtzustand.
Compositen — mit synchronem Licht
Die Schauspieler werden vor Greenscreen gedreht. Der entscheidende Zug: Die Bühnenlichter sind physisch mit den LED-Zuständen synchronisiert, die im Splat stecken. Das Licht auf dem Schauspieler ist dasselbe Licht, das das Modell beleuchtet hat. Vorder- und Hintergrund passen zusammen, weil sie nie getrennt waren.
Warum das zählt
Das härteste Problem im Compositing ist es, Licht zu matchen. ALIVE matcht es nicht — es verwendet es wieder.
In Entwicklung zu sehen: KORETH